Einen Kopfhörer, Parfüm und ein bisschen Schokolade hat die achtjährige Tessa Weber in ihr Paket gepackt. Und wegen der Corona-Pandemie hat sie in diesem Jahr auch eine Maske und Desinfektionsmittel dazu gelegt. Die Hallenbergerin beschenkt die 15-jährige Dzevada, die in Bosnien eine Behindertentagesstätte besucht und unter Verhaltensstörungen leidet. „Ich packe das Paket, weil die Kinder in Bosnien nichts anderes kriegen, weil das Christkind da nicht hinkommt und weil es uns gut geht“, sagt Tessa.

Zusammen mit rund 400 anderen kleinen Kartons geht ihr Geschenk in diesen Tagen auf die Reise nach Bosnien und Herzegowina. Unter dem Motto „Help and Solidarity“ (HandS) organisiert der Hallenberger Verein Building ONE World (BOW) zum 13. Mal seinen Weihnachtstransport in das Balkanland. Dort werden Kinder und Jugendliche in Kinder- und Behindertenheimen sowie alleinstehende Senioren bedacht.

Vuckov im Homeofice

Vuckov im Homeofice

Anders als in den Vorjahren sind Maskottchen Vučko und seine freiwilligen Helfer in diesem Jahr nur im „Homeoffice“ tätig; ausgeliefert werden die Päckchen von einer Spedition. „Eine persönliche Übergabe ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich“, erklärt BOW-Vorsitzender Sebastian Mörchen. „Dennoch war es uns wichtig, dass der Transport gerade in dieser schweren Zeit stattfindet.“

Insbesondere die Kinderheime in Bosnien leiden sehr unter den Corona-Beschränkungen. „Wir haben eine sehr harte Zeit hinter uns“, berichtet Schwester Snježana Pavić, Leiterin eines Heims mit gut 20 Kindern nahe Sarajevo. „Zwischen März und Juni war unser Haus komplett geschlossen. Wir durften weder rausgehen noch Gäste empfangen.“ Weil auch die Schulen zu waren, mussten die Kinder im Heim unterrichtet werden. „Das war extrem schwer und anstrengend.“ Inzwischen läuft in Bosnien der Schulbetrieb wieder. Aber es gibt weiterhin viele Auflagen und Regeln für die Einrichtungen. Die Vorfreude auf die Geschenke im Heim ist daher umso größer.

Gepackt werden die kleinen Kartons von Schülern der Grundschule Hallenberg, des Gymnasiums Winterberg und des Berufskollegs Wittgenstein. Weitere Päckchen kommen von zwei Schulen und einer Kirchengemeinde in Kamen im Ruhrgebiet sowie von Privatleuten, die sich teilweise schon seit vielen Jahren für die Aktion engagieren. So beschenkt Alexandra Latzke aus Hesborn mit ihren Töchtern regelmäßig die drei selben Mädchen in Bosnien. „Es ist toll, so einen persönlichen Bezug mit dem Geschenk im Schuhkarton zu haben“, erzählt die Mutter begeistert.

Der Verein BOW dankt allen fleißigen Helfern, die in diesem Jahr mitgemacht haben. „Die Beteiligung war wie schon in den Vorjahren überwältigend“, sagt Vorsitzender Mörchen. „Viele Menschen unterstützen unsere Aktion mit viel Liebe.“ Während die Vereinsmitglieder komplett ehrenamtlich und ohne Bezahlung arbeiten, werden zur Deckung der Transportkosten noch Spenden benötigt. „Jeder noch so kleine Beitrag hilft, um Kindern in Bosnien eine kleine Weihnachtsfreude zu ermöglichen“, so Mörchen. Weitere Infos zum Spenden, das auch online möglich ist, gibt es hier.

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