Nach einer relativ unruhigen Nacht – es hat das erste Mal geregnet, und das viel und lange – erwachte der ein oder andere in aller Frühe mit nassen Klamotten auf. Nicht jeder ist in der Lage, ein Zelt regensicher aufzubauen. Nachdem sich Ilija, väterlich wie er nunmal ist, versichert hatte, dass wir genug warme Sachen eingepackt hatten, ging es los in Richtung der bosnischen Hauptstadt. Nach vier Stunden regnerischer aber angenehm kühler Fahrt durch herrliche Landschaft, erreichten wir das Jugendhaus in Sarajevo, wo eine Firmgruppe aus Karmen mit Meinolf Wacker (ehemaliger Diözesanjugendpfarrer) campte und Aufbauarbeiten leistete.
Nachdem wir die ersten bekannten Gesichter begrüßt hatten, erläuterte Ivo, Sekretär der bosnischen Bischofskonferenz, uns und den Firmlingen den geschichtlichen Hintergrund Sarajevos – ein beeindruckender Augenzeugenbericht. Anschließend aßen wir mit der Gruppe und feierten wir mit Meinolf einen Gottesdienst, in dem wir unsere Erfahrungen der vergangenen Tage austauschten. Wir erfuhren, dass die Karmener der gleichen Dankbarkeit und Freundlichkeit begegnet sind, wie wir und dass das Geben hier mehr Nehmen bzw. Empfangen bedeutet, als wir uns vorgestellt hätten.

Soweit der offizielle Teil. Was den ganzen Tag und seine Stimmung auszeichnete, war ein ganz anderes Drama. Ein kleines Missverständnis in der Planung führte dazu, dass wir nach etlichen Stunden Warten, einer Menge dummer Sprüche und noch dümmerer Witze in reichlich durchwachsene Stimmung verfielen. Ob total genervt oder viel zu albern, aufgefallen sind wir mit Sicherheit. Nachdem wir gefühlte 300 Mal die Sitzgelegenheiten drinnen und draußen gewechselt hatten, 2000 Bohnen getauscht, an- und abgebaut hatten, fünf Gabeln abgetrocknet hatten (dafür gab’s dann auch direkt ein dickes Lob J), versaute die eine Runde Siedler die Stimmung endgültig. Wie wir es geschafft haben, die Zeit tot zu schlagen, bis sich auch die letzten Gitarristen aus unserem Schlafraum verabschiedet hatten, versteht keiner so richtig. Aber wenn wir mal ehrlich sind, war das eine großartige Leistung! (Thesie)

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